#83 Trojanisches Pferd werden – mit Nadine Vicentini
Shownotes
Nadine Vicentini ist Geschäftsführerin von Bayern Design. dem Internationalen Kompetenzzentrum für Gestaltung in Bayern und Veranstalterin der Munich Creative Business Week, Deutschlands größtem Designevent. Was Design mit Volksmusik zu tun hat und warum man ein Trojanisches Pferd werden sollte, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe von Fantasiemuskel.
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00:00:00: Nadine Vicentini ist seit April, twenty-oneundzwanzig Geschäftsführerin von Bayern Design.
00:00:05: Dem internationalen Kompetenzzentrum für Gestaltung in Bayern und Veranstalterin der Munich Creative Business Week – Deutschlands größten Design Event.
00:00:14: Davor war sie fast zwanzig Jahre im Markenstrategie- und Kommunikation tätig und fungierte als Bearingspartnerinnen für Marken wie Audi, BMW, Lamborghini, MAN, Osram und vielen weiteren.
00:00:27: Welchen Beitrag Design zur regionalen Wirtschaft leistet, besprechen wir mit ihr in dieser Ausgabe von Phantasiemuskel.
00:00:34: Den Monopol-Podcast über Kunst, Wirtschaft und gesellschaftliche Transformation.
00:00:39: Mein Name ist Friedrich van Borris
00:00:41: Und mein Name ist Alexander Duttgen.
00:00:43: Die Benadinen, schön dass du heute hier bist!
00:00:46: Ja vielen Dank für die Einladung.
00:00:47: ich freue mich!
00:01:04: Wir beginnen unseren Podcast ja immer biografisch mit der Frage, wie man zu dem gekommen ist.
00:01:11: Was man geworden ist oder in deinem Fall?
00:01:13: Wie bist du überhaupt zum Design gekommen?
00:01:16: bei mir tatsächlich gar nicht so der ganz gerade einfache Weg sondern über viele Umwege viele.
00:01:27: Seit Umrandungen habe ich eigentlich Musik und Physik studiert, also eine ganz andere Mischung.
00:01:36: Ich bin dann über einem Mastery bei Medien- und Kommunikation gelandet in kulturell Studien.
00:01:44: Am Anfang Marketing in Medienunternehmen habe ich gemerkt, war die gestalterische Komponente.
00:01:51: Die finde ich unglaublich spannend und bin dann bei einer großen Markenagentur gelandet.
00:01:58: Ich nenn es jetzt mal Praxistudium noch einmal gemacht, weil die sieben Jahre wo ich da gearbeitet habe, da durfte ich sehr tief eintauchen in das Verständnis von Design auf all seinen Ebenen.
00:02:10: Und ich hab immer auf dieser strategischen Komponente gearbeitet.
00:02:13: also ich bin selber keine Designerin sondern vor allem eine leidenschaftliche Design-Befürworterin nenn ich es jetzt mal.
00:02:25: Hast du dich dann relativ schnell von der Physik und Musik verabschiedet?
00:02:30: Die Physik tatsächlich schon, also ich hab's bis zum ersten Startsings haben tatsächlich gemacht die Kombi Aber die Musik ist etwas...die wird hoffentlich immer Teil von mir sein.
00:02:42: aber jetzt ist das eben nicht ein berufliches Thema sondern ganz leidenschaftliches privates Thema.
00:02:48: Und du spielst auch ein Instrument?
00:02:50: Ja, ich spiele die Klarinette!
00:02:52: Okay und dann eher so Jazz oder zeitgenassisches... Oder es gibt ja auch ein bisschen Klassisches in der Klarinetta?
00:02:58: Also ich komme tatsächlich aus der klassischen Welt.
00:03:01: Die alle Mozart-Klarinetkonzerte hoch und runter aber mittlerweile mache ich ganz wenig Klassik.
00:03:09: Ich spiele in einer Band G-Rack und die Lundlackschwister nennt sich das.
00:03:14: Das ist so eine Mischung bayerische Volksmusik, ganz anders interpretiert.
00:03:25: Also es ist auch ein bisschen trashig manchmal aber macht unheimlich viel Spaß.
00:03:31: also dementsprechend dieses Thema freier zu spielen weil du Jazz angesprochen hattest wird für mich immer wichtiger.
00:03:40: Es hilft mir in meiner Arbeit auf einer anderen Ebene tatsächlich.
00:03:44: Bin ich gerade total spannend, weil ich die Facette noch überhaupt nicht kannte.
00:03:50: und wenn du grade eben sagst es hilft mir an meine Arbeit man das ja schon als Metapher auch für Transformation nehmen könnte ob dass jetzt die bayerische Volksmusik ist die anscheinend radikal neu interpretiert vielleicht auch die Offenheit für das Treschige also einen anderen Begriff von Wertigkeit und das Improvisieren.
00:04:13: Vielleicht kannst du das, was ich da jetzt mal theoretisch rausgedeutet habe, mal übersetzen wo das in der Praxis tatsächlich zutrifft?
00:04:22: Was heißt das wenn du sagst es hilft mir eine Arbeit?
00:04:25: Ich glaube das hilft mir vor allem in Dingen loslassen im Kopf und immer auch wieder sagen okay Wir fangen neu an ein Stück weit und bauen auf bestehendem An und versuchen das irgendwie neu zu interpretieren.
00:04:45: Das war mir jetzt gerade vor allem wichtig in diesem Ableiten für die Arbeit, es kommen so unterschiedliche Akteure zusammen und wir gestalten etwas zusammen wo wir auch noch gar nicht wissen wo wir eigentlich dann am Ende landen.
00:05:02: Ich finde, so eine Grundhaltung würde uns in vielem sehr gut tun und wäre total wichtig einfach zu sagen ja wir wollen müssen noch nicht in welche Richtung.
00:05:12: Wir haben auch Spaß.
00:05:13: dabei muss eigentlich immer alles ernst und verbissen sein und es entsteht etwas ganz ganz neues was sehr begeistert.
00:05:23: also unsere Konzerte sind sehr beliebt.
00:05:25: also wir sind vor allem wer leben aus dem live moment.
00:05:31: Ja, und da glaube ich auch einfach eine große Begeisterung bei dem Zuhörenden.
00:05:36: Aber ganz lustig!
00:05:36: Da bist du gerade so viel über die Musik sprechen.
00:05:39: Genau weil dann lassen wir uns das doch nochmal auf Bayern-Design übertragen.
00:05:42: Ich glaube viele unserer Zuhörerinnen wissen ja auch nicht was Bayern Design ist.
00:05:47: Man versteht es in Bayern und man versteht Es hat etwas mit Design zu tun, man ahnt vielleicht nicht sofort dass das eine Einrichtung des bayerischen Wirtschaftsministeriums zur Förderung des Brudersozialprodukts ist.
00:06:01: Fragezeichen.
00:06:03: Ja genau, ich würde es glaube ich mit meinen eigenen Worten nochmal so ein bisschen anders formulieren.
00:06:07: also stimmt Bayern ist im Wort drin wir sind institutionell gefördert also wir sind eine eigene GmbH und das Bayerische Wirtschaftsministerium unterstützt uns seit über zwanzig Jahren Und es hat etwas mit Design zu tun.
00:06:24: Wir selber machen kein Design, das werden wir nämlich tatsächlich auch sehr oft gefragt was halt ihr denn für eine Agentur und macht eher Modedesign oder macht eher Produktdesign?
00:06:31: Nein!
00:06:32: Es geht wirklich darum dass wir versuchen zu erklären was dieses Designkonstrukt eigentlich ist weil da jeder irgendwie so eine ganz unterschiedliche Vorstellung hat und ohne es zu bewerten manchmal eine sehr enge Vorstellung von Design.
00:06:51: Und wir wollen dann durch dieses Erklären vor allem aufzeigen, was steckt in der Vermöglichkeit drin für jeden Einzelnen?
00:06:57: Für Unternehmen – deswegen Wirtschaftsministeriumsförderung aber eben vor allem auch für unsere Gesellschaft.
00:07:05: Der zweite ganz wichtige Part ist neben diesem Vermitteln, neben diesem Erklaren, neben diesen Aufzeigen bringen wir natürlich die verschiedenen Akteurinnen zusammen und eben nicht nur die Designschaffenden selber, sondern auch die Wirtschaft, also Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen.
00:07:23: Die Politik, Verbände, Institute... Also auch die Wissenschaft ist ganz stark mit Bildungsinstituten, also Hochschulen
00:07:31: usw.,
00:07:32: dabei weil ich glaube gerade heute entsteht etwas zwischen den Disziplinen und nicht in den Disziblen.
00:07:41: Es braucht so diese Verbindung!
00:07:44: Mich würde doch noch mal interessieren, wie du dahin gekommen bist.
00:07:46: Also jetzt ich stelle mir dieses Arbeiten in diesen großen mittlerosen Agenturen für die ganz großen Marken sehr kleinteilig vor und eben vielleicht nicht immer so in diesem Zusammenspiel das Du gerade beschrieben hast.
00:07:58: oder dann hast Du da sozusagen irgendwie weiter vielleicht auch schon ein bisschen breiter Fragezeichen gegangen in diese strategischen Ja, auf halberufliche Tätigkeiten und dann sozusagen hier bei Bayern Design gelandet.
00:08:13: Kommt das vielleicht auch aus so einem sozusagen Anspruch den du irgendwann oder der sich bei dir quasi an Design entwickelt hat?
00:08:21: Oder ja wie ist es entstanden?
00:08:23: Ist folgt es sozusagen eine Logik oder ist es auch einfach vielleicht ne Karriere laufbaren sozusagen die man halt einschlägt?
00:08:31: also Es war wahrscheinlich auch ein Stück weit Zufall.
00:08:34: Jetzt könnte man philosophisch werden.
00:08:36: Es ist wirklich ein Zufall gewesen, aber das lassen wir mal ... Weil ich muss gestehen, ich kannte Bayern Design vorher nicht!
00:08:43: Ich kannte die Munich Creative Business Week weil im Agentur-Kontext hast du natürlich wenn du in Bayern aktiv bist oder gewesen bist war es ein wichtiges Event und als ich davon erfahren habe dass es diese Position gibt hab' ich mich mit dem Thema ein bisschen auseinander gesetzt.
00:09:05: was für eine tolle Möglichkeit, für dieses Thema die Fahne hochhalten zu dürfen und einen anderen Beitrag leisten zu können in diesem großen Konstrukt.
00:09:18: Und ich muss auch gestehen – ich bin bestimmt auch ein bisschen blauäugig – war reingesprungen.
00:09:25: Das bedeutet das Lobbyarbeit!
00:09:30: dass viele Fragestellungen sind, wo du auch tatsächlich immer wieder von vorne anfängst mit mir klären.
00:09:40: Hätte ich auch nicht gedacht aber es macht unglaublich Spaß und ich finde es wahnsinnig bereichernd.
00:09:48: Kannst Du uns mal ein Beispiel geben?
00:09:50: Wo Du sagst da hat vielleicht sogar mit Eurer Unterstützung die Design in Bayern was besser gemacht oder durch Design wurde etwas besser dass jetzt ein Unternehmen ist, das einen neuen Weg gefunden hat oder ein Produkt bei dem wir das irgendwie gar nicht vor Augen haben.
00:10:10: Dass es auch eine Designleistung ist falls uns so selbstverständlich ist.
00:10:14: also wo jetzt sozusagen mal jenseits dessen klar BMWs hast du ja auch beraten verkaufen sich besser wenn sie gut aussehen und kann man sich darüber streiten was sieht gut aus sondern irgendwie etwas anderes wo das deutlich wird.
00:10:29: Also wir sind mit sehr, sehr vielen Unternehmen im Austausch.
00:10:33: Das Spanne finde ich auch immer wieder wenn nicht die Geschichte von Bayern Design erzählen.
00:10:41: Wir haben nächstes Jahr vierzig Jahre Jubiläum dass der Impuls wirklich aus den Unternehmen eben kann und gar nicht aus dem Design schaffen.
00:10:48: Weil die gesagt haben, es braucht mehr Sichtbarkeit für das Thema damit vor allem andere Unternehmen davon lernen können.
00:10:55: also der Kraft von Faber-Castell beispielsweise, der war da so ein ganz extremer Treiber und hat sich extremst dafür eingesetzt.
00:11:04: Und Beispiel weil du jetzt natürlich am liebsten was ganz Konkretes hättest.
00:11:09: wir waren Wir haben letzte Woche mit der IHK.
00:11:14: Das ist tatsächlich eine sehr wichtige Partner für uns, weil die natürlich auch so eine wunderbare Mittellrolle einen Vermittler-Rolle einnehmen in der Nähe von Regensburg bei Cronus – das ist ein Getränke.
00:11:30: Ich formuliere es jetzt richtig.
00:11:33: Ein Maschinenproduzent für Getränken.
00:11:39: Die Verrugung also alles was sozusagen Apfel, Apfel vielen Dank dieses Wort ist mir nicht eingefallen.
00:11:45: Und die haben seit vielen Jahren ein Design Lab weil die sich sagen sie möchten ganz bewusst alle Neuerungen alle Maschinen Alles was jetzt zum Beispiel auch auf einer technologischen Ebene passiert stichwort KI immer wieder aus dieser Menschmaschine Interaktion betrachten und eben immer wieder schauen das muss ja nachher für den Benutzer für die Benutzerin wirklich auch mehr Wert darstellen.
00:12:11: Was passiert da?
00:12:12: Und ich finde, das hat man jetzt zum Beispiel nicht unbedingt auf dem Schirm, dass so ein Unternehmen eigenes Design Lab hat und sich wirklich auch die Kappers gönnt.
00:12:23: Es ist ja auch absurd, dass man da schon wieder sagt, man gönnzt sich diesen Luxus, sich wirklich mit diesem Thema so intensiv auseinanderzusetzen Merkt man einfach auch ganz eindeutig an der Qualität der jeweiligen Produkte, aber auch an der Kultur die in so einem Unternehmen gelebt wird.
00:12:45: Wir sprechen bestimmt gleich noch über die ganzen Events die ihr macht und auch die Creative Business Week.
00:12:51: Aber mich würde trotzdem da auch an dieser Stelle nochmal interessieren durch was auch immer für Austauschformate sozusagen als auch noch mal fragen nicht, was für Austauchformat ihr bereitstellt.
00:13:01: Weil ich verstehe das so dass ihr hauptsächlich Austauschwormate quasi korrektiert.
00:13:07: Werden auch wirklich so Kleinstbetriebe quasi adressiert und siehst du dann auch dort zumindest einen Impact den ihr macht als Bayern Design auf jetzt keine Ahnung in dem Becker nebenan?
00:13:20: oder bleibt es dann meistens doch irgendwie diesen mittelständischen Produktionsdeutschen, mittelständischen Unternehmen?
00:13:28: Also ich würde sagen das ist tatsächlich leider sehr unterschiedlich.
00:13:31: Was wir aber schon feststellen – Ich mache das ja jetzt auch seit fünf Jahren – Das ist schon eine Herausforderung weil du dann gegenüber überhaupt erst mal dazu bringen musst dass er dir zuhört, dass er dem Thema eine Bedeutung überhaupt schenkt und für diesen ersten Moment ist es meistens sehr hilfreich.
00:13:51: Das klingt jetzt ein bisschen absurd, dass man vielleicht gar nicht unbedingt über Design spricht.
00:13:56: Also das wir sozusagen eher über so große Themen kommen.
00:14:02: Wir beschäftigen uns auch viel natürlich mit den großen Megatrends also mit dem was uns in der Gesellschaft jedes Unternehmen beschäftigt und kommen dann eigentlich gerne erst im zweiten oder dritten Schritt über das Thema Design.
00:14:18: Veranstaltung, wo wir dann zum Beispiel Design im Titel auch ganz bewusst hatten.
00:14:23: Das hat abgeschreckt, weil dann wirklich vor allem wieder diejenigen die Veranstaltungen besucht haben, die mit dem Thema per se zu tun haben.
00:14:32: Also ich sage immer so mit einem Schmunzeln müssen vielleicht manchmal ein bisschen mehr trojanisches Pferd sein und das funktioniert dann auch ganz gut.
00:14:41: aber von den Formaten auch da Es ist eine Klabiatur an unterschiedlichen und da sind wir bestimmt noch nicht am Ende.
00:14:50: Also ich sag auch immer im Team, dass es eigentlich genau das was Spaß macht, immer wieder rauszukitzeln uns selber.
00:14:56: Was ist dann eigentlich etwas vielleicht nochmal mehr überrascht eben genau aus diesem Grund?
00:15:03: Weil per se jetzt uns nichts die Tür eingerannt wird.
00:15:07: Na also klar ist natürlich gerade einfach sehr viele Themen, die uns alle umtreiben Die Verbindung dann zu Design oder Gestaltung ist für viele einfach nicht naheliegend.
00:15:18: Ist das auch der Grund, warum ihr für die Munich Creative Business Week Titel habt auf den ersten Blick?
00:15:29: Oder Motti, die auf dem ersten Blick nichts mit Design zu tun haben – also dieses Jahr ist es ja Playground of Possibilities und es geht um Zutrauen.
00:15:41: Letztes Jahr war es, glaube ich, Haute-Design Community.
00:15:45: Vibrant Community,
00:15:46: genau.
00:15:46: Vibrant Community, also da ist der Designbegriff drin aber es geht irgendwie um Gesellschaft und gar nicht um das wo man jetzt so ein klassischem business driven Produktdesign Verständnis verorten will.
00:16:00: Also ein ganz klares Ja.
00:16:02: Das ist genau der Grund was nicht nur positive Resonanz hervorruft, weil dann natürlich auch viele sagen ja weiß ich denn dass das hier eine Designveranstaltung ist?
00:16:13: und dann kommst du natürlich sofort wieder in diese Grunddiskussion was ist eigentlich Design?
00:16:17: oder wo fängt es an?
00:16:19: Wo hört's auf.
00:16:20: Und wenn wir eben natürlich auch sagen, dass Gestaltung diesen breiten Kosmos einnimmt und diese große Bedeutung hat, dann ist es natürlich immer naheliegend da, wenn nicht wirklich gesellschaftliche Themen als Dach verwende und dann darüber eigentlich die Verbindung in die verschiedenen Design-Disziplinen oder auch in diese Haltung aus der Maggestaltung kommt, die Verknüpfung schaffen.
00:16:51: Habt ihr Richtlinien an dir halten müsst bei dem ganzen Freiraum den du gerade beschreibst?
00:16:56: Ich kenn ja manchmal auch sehr behördliche Vorgänge jetzt nur rein staatliches sozusagen unterfangen Wie ... es klingt so, als ob du sehr viel Freiheit hast oder ihr als Bayern-Design sehr viel Freihart habt in dem zu vermitteln.
00:17:09: Also klar gibt's natürlich irgendwie die Grundrahmen was wenn du als gefördertes Unternehmen irgendwie agieren musst, kannst einhalten musst.
00:17:21: aber ich sag jetzt mal inhaltlich haben wir hier irgendwo Holz das sich drauf klopfen kann.
00:17:29: also ist es bis dato tatsächlich so dass wir das tun dürfen.
00:17:35: Es gibt immer die Gespräche, es gibt immer den Austausch und ich erkläre und vermittel.
00:17:40: Und natürlich gibt es tatsächlich auch dann mal Impulse auf einer anderen Seite.
00:17:46: also wir waren Anfang des Jahres auf der Internationalen Handwerksmesse vertreten seit vielen Jahren wieder einmal weil da auch Der Wunsch geäußert wurde, wir müssen eigentlich mehr das Thema Design und Handwerk auch aufzeigen was die gemeinsam haben.
00:18:01: Und es ist natürlich ein Thema wo wir sagen super also sehr dankbar.
00:18:05: Wir haben das Thema Kopf-Handherz da gespielt und so ist das eher so.
00:18:11: ein gegenseitiges mal zeigen was den Themen wichtige Themen sind.
00:18:17: Also ich habe bis dato wirklich immer nur als Bereicherung empfunden.
00:18:21: wenn man dir zuhört bekommt man ja schon das Bild von einem sehr breiten Designbegriff.
00:18:26: Also wir hatten jetzt gesprochen über einen Abfüllanlagenhersteller, der sein Design Lab hat wo es aber darum geht dass die Maschinen wahrscheinlich schneller besser einfacher zu bedienen und sagen klassisch Profitmaximierung durch gute Gestaltung.
00:18:45: viel jetzt mit How to design a vibrant community eher so ein Social Design Anspruch wo es vielleicht gar nicht um was Ökonomisches geht.
00:18:53: Jetzt hast du eben noch Handwerk mit reingebracht, also was ganz ja so regional lokal klein körniges gibt's dann auch irgendwann eine Überdehnung das man sagt jetzt weiß ich eigentlich gar nicht mehr worüber ich spreche oder ist der Blumenstrauß einfach so groß und dass so viele Farben da reinpassen?
00:19:15: Also wie positioniert man sich da?
00:19:18: und wo sind vielleicht auch die Grenzen, wo man sagen kann dieses Narrativ von, ja alles ist irgendwie Design und wir können alles gestalten.
00:19:26: Und wenn man es schön gestalten, ist halt besser als wenn's nicht schön ist wo das dann auch ans Leere läuft weils dann doch zu beliebig und so gut gelaunt flach ist.
00:19:37: Also geb ich dir total rechts die Gefahr besteht Eine sehr wichtigen Ansprechperson im Ministerium, also da machen wir auch immer so unsere kleinen Witzen drüber.
00:19:49: Er sagt dann immer gerne Ja ja Frau Wittchen-Tinni für Sie ist ja alles dieser Heinig.
00:19:52: Ich weiß schon sie möchte natürlich am liebsten irgendwo das Thema Gestaltung in allen Facetten was irgendwie uns umtreibt unterbringen und ich glaube es ist natürlich eine ganz große Gefahr.
00:20:05: wenn du's so breit verstehst wird es gerne schwammig und verliert dann vielleicht auch in der Wahrnehmung an tatsächlicher Kraft.
00:20:19: Ich habe nur das Gefühl, in dem Moment wo ich jetzt zum Beispiel auch ins Deutsche übersetze – also ich habe ja jetzt schon ein paar Mal Gestaltung gesagt – wenn ich das auch mal im Gegenüber, wir nennen ihn immer sehr liebevoll unseren Unwissenden mit Gestaltung in die Diskussion einsteigen, dann geht in der Regel immer erst mal was ganz Großes auf und so habe ich das jetzt noch gar nicht betrachtet.
00:20:49: Aber auch da ist natürlich wieder ein Stück weit Gefahr weil viele verwenden den Begriff Gestaltung.
00:20:56: also auch in der Politik hören wir gerade sehr viel.
00:20:58: Wir müssen gestalten und ich glaube da kommt natürlich auch immer wieder die Komponente aus dem Design, vom klassischen Designverständnis zum Beispiel der Entwurf im auch wieder weiten Sinne mit dazu.
00:21:17: Also ich glaube es ist immer wieder dieses Wir öffnen es wir verdichten es und ich glaube aber also Ich würde es nicht aufgeben wollen gerade auch in Wenn man jetzt das ganze Thema KI Was auch wieder so ein großes Thema ist wir brechen es runter auf einen wort oder zwei Buchstaben, ehrlich gesagt.
00:21:38: Ich glaube ich braucht es die große Definition von Design um zu schauen wie entwickelt sich das eigentlich in welche Richtung.
00:21:48: und was ich immer auch ganz wichtig finde dort ist jetzt auch den Munich Creative Business Week angesprochen mit unserem Jahresmotto.
00:21:56: da haben wir ein Unterthema auch dass ja durch diese ganzen Tools, die wir mittlerweile haben, ein Stück weit jeder mehr Gestalter werden kann.
00:22:07: Aber woran erkenne ich dann eigentlich noch die Qualität?
00:22:09: Und woran erkenne ich denn wirklich auch was ist gut?
00:22:12: und da brauche ich natürlich tatsächlich die Expertinnen darin.
00:22:16: Also es ist immer dieses schöne Öffnen.
00:22:19: Wir alle sind irgendwo Gestalter im Herzen aber es braucht trotzdem einfach nur diejenigen, die einfach die Expertise da drin haben alle mitnehmen können, das ist ja auch Social Design angesprochen.
00:22:36: Vielleicht noch... Wir sind ja im Kunst-Podcast oder zumindest in der Podcast einer Kunstzeitschrift.
00:22:42: deswegen interessiert mich schon noch aus deiner Designperspektive wie sich die Kunst dazu verhält.
00:22:49: und auch sozusagen es gibt dir gerade in München sehr viele Institutionen die Kunst genauso versuchen zu vermitteln.
00:22:57: für euch ist es ja nochmal deutlich eingreifen in die Gesellschaft, weil es eben in Unternehmensstadt findet irgendwie vermittelbarer ist.
00:23:06: Arbeitet ihr auch mit KünstlerInnen?
00:23:07: Mit Kunst?
00:23:08: Wie positioniert ihr euch da?
00:23:10: Weil die Kunst ja auch einen ganz großen Anspruch hat zu verändern und genauso wie dieser riesige Designbegriff auch der Kunstbegriff existiert, der nicht nur sozusagen Art for Art's sake versucht zu sein.
00:23:22: Also auf Deine Grundfrage ob wir auch mit künstlerinnen zusammenarbeiten Ja Und auch in der Gefahr, dass ich mich jetzt vielleicht in den Nesseln setze.
00:23:30: Ich liebe es da drüber zu diskutieren brauchen wir den Unterschied zwischen Kunst und Design?
00:23:36: Und was bringt uns diese Unterscheidung auch?
00:23:40: Ich weiß von sehr vielen Designschaffenden die sagen, ich möchte gar nicht mehr Designer genannt werden sondern für mich ist der Artist irgendwie eine besonders wichtige Komponente.
00:23:51: ist das sehr dehnbar.
00:23:53: Also ich finde künstlerische Freiheit unglaublich wichtig, ich finde aber dann auch immer wieder den konkreten Anwendungskontext um Themen vielleicht auch konkreter weiterzuentwickeln ganz relevant und jetzt auch wieder dem MCBW also die Munich Creative Business Week angesprochen.
00:24:12: Ich habe auch manchmal das Gefühl dass so künstlere Installationen, die wir da auch haben im öffentlichen Raum Die helfen natürlich auch wieder eine Art von Interaktion mit der Öffentlichkeit, mit der Gesellschaft.
00:24:27: Also ich bin da tatsächlich sehr offen.
00:24:34: Aber es sind zwei unterschiedliche Rangehensweisen und brauchen sich einfach gegenseitig in der Art und Weise der Sichtbarkeit.
00:24:46: Dann könnte man natürlich fragen, warum die Munich Creative Business Week, wie viele andere designwirtschaftliche Akteure auch nicht vom Kultusministerium gefördert wird sondern vom Wirtschaftsministerium.
00:25:03: Weil anscheinend und das ist dann doch vielleicht der zentrale Unterschied.
00:25:08: die von außen herangetragene Erwartung doch die ist dass es irgendwie dazu beiträgt Geld zu verdienen oder ökonomischen Mehrwert zu schaffen was jetzt an den klassischen Begriff von bildende Kunst ja nie die oder höchst selten, die Anforderung ist.
00:25:32: Und hattet ihr da mal Bestrebungen auch anders wahrgenommen zu werden?
00:25:36: Oder gibt es auch Leute, die sagen Creative Business Week is... Das ist nicht das, was hier machen.
00:25:43: wenn du von AkteurInnen sprichst, ich bin Artist und Künstler dann will er ja vielleicht nicht auf der Creative Business Week am Start sein.
00:25:51: Wie geht ihr damit um?
00:25:52: Klar hören wir das, also... Das wird auch gerne mal so als Direktor, mal ein bisschen indirekter als Kritikpunkt an uns herangetragen.
00:26:03: Wollt ihr ja nicht das mal irgendwie anders nennen und nicht sagen, nee, ganz bewusst nicht!
00:26:07: Also ich finde es tatsächlich sehr gut, dass vor fünfzehn Jahren eben die Entscheidung kam es zu einem Creative Business week zu nennen Wenn man es auch so versteht, dass das nicht um Kommissionisierung geht sondern um eine Branche wahrzunehmen als auf Augenhöhe.
00:26:28: Das ist eine Industrie die extremst wertschöpfend unterwegs ist.
00:26:34: Ich finde auch Es geht ja um eine Anerkennung von dem was ich auch leiste.
00:26:39: Also wir haben heute gehört das Thema Welchen Wert haben eigentlich unsere Ideen?
00:26:47: Platzieren wir das eigentlich tatsächlich auch auf einer ökonomischen Ebene.
00:26:52: Und ich finde, dass sind ganz wichtige Diskussionen weil ... Wir ja auch oftmals hören, ihr habt so einen tollen Beruf!
00:27:01: Ihr habt so viel Spaß und Freude bei der Arbeit.
00:27:04: Und plötzlich ist das andere irgendwie nicht mehr so relevant?
00:27:07: Also ich finde künstlerische Freiheit und das Thema Business-Kontext es kein Widerspruch in sich.
00:27:15: Ich finde da gibt's ganz viele Facetten, die einfach dazu diskutieren sind.
00:27:21: Und ich glaube und das ist natürlich auch wichtig weil wir viele Unternehmen haben immer wieder aufzuzeigen was bringt es dann auch tatsächlich der Wirtschaft wenn wir uns mit diesen Themen auseinandersetzen?
00:27:33: Ich würde es nicht ändern wollen auch wenn viele mir da so direkt schon den Wunsch geäußert haben
00:27:41: Wir fragen zum Abschluss immer unsere Gäste nach dem Fantasiemuskel, aber ich glaube der ist bei dir das ist bei den anderen nämlich vielleicht zu dieser diese Vermittlungsmuskel.
00:27:54: also im Sinne von wie kriegst du es immer wieder hin ja Kompromisse zu schlagen zwischen den Artists und den Designern und zwischen den Designeren und den Verpackungsanlagen.
00:28:07: Und ich kann mir vorstellen, dass du noch einiges andere an Lobbyarbeit hast.
00:28:11: Also wie trainierst du dein Vermittlungsmuskel?
00:28:14: Gibt es so einen Muskel?
00:28:16: Also ich würde den gerne Fantasie-Muskel benennen.
00:28:21: Ja irgendwie fühle ich mich da wohler auch wenn natürlich du hast schon recht das steckt schon viel dahinter in Fantasiefolles in der Art der Vermittlung.
00:28:31: Ich bin ja halb Italienerin, halb Deutsche.
00:28:34: Das bedeutet ich bin aufgewachsen immer mit diesem... Ich spring zwischen unterschiedlichen Perspektiven hin und her Und muss da auch gerne mal Bilder oder Meinungen die wir von dem einen oder dem anderen haben Immer wieder bei Seite schieben können Und mich auf diese Weiße Leinwand eigentlich zurückbesinnen können.
00:29:00: Und ich glaube, da braucht es einen sehr starken Fantasiemuskel.
00:29:05: Ich glaub du wolltest auch noch wissen wie ich den trainiere oder?
00:29:12: Das ist eine sehr gute Frage!
00:29:14: Tatsächlich mit dem kompletten Gegenteil mit sehr viel Ruhe für mich selber um all das was da so drin passiert in meinem Kopf im Bauch einfach wieder klar sehen zu können als zwischen alles sehr laut um einen herum dann.
00:29:33: Ich würde dich gerne zum Abschluss nochmal challengen, weil du ja eben selber gesagt hast, dass du bis halb Italienerin und ich sag dann nun, du bist halt Bayern?
00:29:42: Und wir alle haben dann glaube ich ein sehr präzises Bild was bei jedem wiederum unterschiedlich sein kann.
00:29:48: aber bei dem Wort italienisches Design macht es bei jedem im Kopf irgendwas.
00:29:52: zwischen Versace und Ferrari entsteht ein Bild.
00:29:58: kannst du uns ein Bild evozieren von Was ist bayerisches Design?
00:30:04: Auch das werde ich natürlich sehr oft gefragt.
00:30:07: Bayerisches Design, vielleicht um die Brücke wieder zum Anfang zu schlagen... Ich war es jetzt einfach eher auch über G-Rack und die Landleckschwister.
00:30:20: Da ist ganz viel traditionelles, auch sehr viel ruhiges, wenn man jetzt an die Landschaft denkt Und dann aber trotzdem immer wieder überraschend neu interpretiert es.
00:30:38: Also nicht stehengebliebenes, sondern einfach immer wieder in eine neue Richtung geschaut.
00:30:44: Ja lieber Nadine vielen Dank für das Gespräch!
00:30:47: Ich danke euch
00:30:48: und danke den
00:31:01: Zuhörerinnen.
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